Workshop: „Voll im Bild?! Workshop für diskriminierungsarme Bild-Berichterstattung“

Foto: Luciana Ferrando, 2018

Am 30. November 2019 organisierten die Neuen Deutschen Medienmacher e.V. (NDM) mit den Sozialhelden e.V. sowie mit dem LSVD einen Workshop zu diskriminierungsarmer Bildberichterstattung.

An diesem habe ich zusammen mit Athina Wirges sowie Menschen mit Migrationsgeschichte, mit Behinderung und aus der LGBTIQ-Community teilgenommen. Mit 40 Fotograf*innen, Bildredakteur*innen, Models und Expert*innen wurden Lösungen erarbeitet und erste Foto-Shootings zum Ausprobieren Letzterer durchgeführt.

Die entstandenen Bilder können in der Datenbank Gesellschaftsbilder unter diesem Link aufgerufen und verwendet werden. Die entsprechenden Nutzungsbedingungen sind dort ebenfalls aufgeführt.

Eine ausführliche Dokumentation des Workshops kann hier bei den Neuen Deutschen Medienmachern heruntergeladen werden.

Weiterhin wurde im Rahmen des Workshops eine Checkliste für diskriminierungsarme Bildberichterstattung erstellt, welche unter diesem Link auf der Internetseite der NDM heruntergeladen werden kann.

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden sich unter
https://www.neuemedienmacher.de/projekte/voll-im-bild/.

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Veranstaltung: „Djanes Romanes?“

Flagge der Roma, die 1971 beim First World Romani Congress verabschiedet wurde

Am 5. November ist der offizielle internationale Tag der Romanes-Sprache. Anlässlich dazu lädt Amaro Foro e.V. zu einer Abendveranstaltung am 19.11.2018 ein. Die Veranstaltung findet um 19 Uhr im Kunstraum Dikhas Dur im Aufbauhaus statt – Prinzenstraße 84.1., 10969 Berlin, 5.OG.


Auf jedem Kontinent wird Romanes oder auch Romani, die Sprache der Roma, gesprochen. Aufgrund der lange fehlenden schriftlichen Überlieferung ebenso wie aufgrund der massiven Ausgrenzungserfahrungen ist das Romanes jedoch langfristig vom Aussterben bedroht. Viele Familien gaben vor allem nach dem nationalsozialistischen Genozid die Sprache nicht mehr an ihre Kinder weiter, um sie zu schützen durch die Geheimhaltung der Roma-Identität. Zwangsassimilierungsprogramme in einigen Staaten der Sowjetunion taten ein Übriges ebenso wie die Weigerung vieler europäischer Länder, muttersprachlichen Unterricht anzubieten.
Im Rahmen einer Gesprächsrunde möchten wir allen Interessierten zwei Menschen vorstellen, die sich auf verschiedenem Wege für den Erhalt der Romanes-Sprache engagieren.


Eingeladen haben wir dazu:
Dr. Prof. Hristo Kyuchukov – Linguist und Professor an der Universität Silesia in Katowice, sowie Vorstandsmitglied im European Roma Information Office und Vorstandvorsitzender des Roma Zentrum für interkulturellen Dialog e.V.
Silas Kropf – Sinto aus der Nähe von Frankfurt am Main und Vorstandsmitglied bei Amaro Drom e.V. Seine Verwandten überlebten die Verfolgung während des Nationalsozialismus. Er engagiert sich in der Empowerment- und politischen Bildungsarbeit sowohl mit Sinti als auch mit (nichtdeutschen) Roma.
Georgi Ivanov wird den Abend moderieren– Vorstandsmitglied und Koordinator der Anlaufstelle von Amaro Foro e.V.
Gemeinsam werden die Referenten aus linguistischer und historischer Perspektive über Romanes als Sprache einer verfolgten Minderheit sprechen und ihre Erfahrungen aus der praktischen Arbeit teilen. Dabei soll es auch darum gehen, wie das Romanes langfristig bewahrt werden kann.


Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projektes „Stärkung der Selbstorganisation ausländischer Roma in Berlin durch Community Building“ statt, welches von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales gefördert wird.

Amaro Foro e.V.: http://amaroforo.de/community-building/djanes-romanes (zuletzt abgerufen: 04.08.2019)
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Ausstellung „Hinter.Fragen“ des DokuZ Sinti und Roma in Berlin

Im Zeitraum vom 20.09. bis zum 17.10.2018 zeigte das DokuZ Sinti und Roma Berlin im Aufbauhaus am Moritzplatz eine Infopanel-Ausstellung unter dem Titel „Hinter.Fragen“ – Sinti und Roma – eine Minderheit zwischen Verfolgung und Selbstbestimmung.

Wer sind Sinti und Roma eigentlich?
Was bedeuetet es heute, Sinti oder Roma zu sein?
Wie wird an den Völkermord erinnert?

Diese und andere Fragen begegnen uns in unserer Arbeit immer wieder. Sie sind Ausgangspunkt und Leitfaden der kompakten
Infopanels zu Geschichte und Gegenwart von Sinti und Roma in Deutschland.

Neben einem historischen Abriss und Begriffsdefinitionen stehen die exemplarische Präsentation der vielfältigen Selbstorganisationen sowie Portraits von Angehörigen der
Minderheit im Fokus. Kernthemen sind Antiziganismus und Verfolgung, aber auch Selbstbestimmung und der lange Kampf
um Anerkennung.

Die Infopanels laden zum Dialog und zur Auseinandersetzung mit einem vielfältigen Themenspektrum ein. Sie fordern auf,
gesellschaftliche und politische Diskussionen sowie mediale Darstellungen etc. zu hinterfragen – und hinter die Fragen zu blicken.

DokuZ Sinti und Roma Berlin, 2018

Auch ich wurde auf einem Panel porträtiert. Aktuell arbeitet das DokuZ an einer Wanderausstellung dieser Panels.

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Amaro Drom e.V. – Stellungnahme zum Film „Nellys Abenteuer“

Auch Amaro Drom e.V. positioniert sich anlässlich des umstrittenen Kinderfilms „Nellys Abenteuer“.
Meine Einschätzung dazu:

„Dass in unserer heutigen Zeit ein solcher mit Rassismen behafteter Film produziert und veröffentlicht wurde, der sich obendrein an Kinder richtet, ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen in Deutschland und anderenorts mit größter Sorge zu betrachten. Jahrhundertealte antiziganistische Klischees mit der Intention zu verwenden, Toleranz und Akzeptanz zu vermitteln, ist ein Armutszeugnis und ignoriert die Tatsache, dass das Publikum zumindest unterbewusst sehr zugänglich für diese Art von Stereotypisierung ist. Dramatischer wird es, wenn es den Verantwortlichen in der Konfrontation an einem Mindestmaß Einsicht fehlt und sie versuchen den Mitgliedern einer diskriminierten Minderheit ihre erlittene Diskriminierung abzusprechen. Alle in dieser Debatte involvierten Akteur*innen, auch die Selbstorganisationen, sollten den Film zum Anlass nehmen, den Antiziganismus weiter zu thematisieren und alternative Bildungsinhalte anzubieten.“

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Neuer Vorstand für Amaro Drom e.V. – Ich bin wieder dabei!

Pressemitteilung von Amaro Drom e.V., 29.05.2017:
Partizipation junger Rom*nja und Sinti*zze stärken, Gesellschaft mitgestalten und Rassismus entgegentreten

Vom 19. bis 21. Mai 2017 fand in Eschwege (Hessen) die jährlich einberufene Mitgliederversammlung von Amaro Drom e.V. statt. Zwei Tage lang diskutierte das höchste entscheidungsfindende Gremium des Vereins über die Ziele und das Selbstverständnis des Gesamtverbandes und über konkrete Umsetzungsmöglichkeiten derselben. Am Sonntag wählte die Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand. Als Vorstandsvorsitzende wurde Gabriela Bot wiedergewählt. Sie wird unterstützt durch Silas Kropf und Emran Elmazi als Stellvertreter. Denisz Petrovity wurde als Schatzmeister wiedergewählt. Mit Sorina Daliana Bonescu, Faton Mistele und Nasmija Hasani wurden zudem drei Jugendliche als Beisitzer*innen in den Vorstand gewählt.

Der neue Amaro Drom-Vorstand (v.l.n.r.): Denisz Petrovity, Gabriela Bot, Silas Kropf, Emran Elmazi (nicht im Bild), Sorina Daliana Bonescu, Faton Mistele und Nasmija Hasani

Neben der Vorstandswahl und dem inhaltlichem Austausch wurde auf der Mitgliederversammlung auch eine Satzungsänderung verabschiedet, die u.a. eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder vorsieht und festlegt, dass mindestens eine Romni im Vorstand vertreten sein muss. Diese Zielsetzung ist mit der Wahl des neuen Vorstandes, in dem mit Gabriela Bot und Sorina Daliana Bonescu zwei Romnja vertreten sind, erneut erfolgreich umgesetzt. Eines der Hauptziele des neuen Vorstands ist es, die jungen Beisitzer*innen intensiv in die Vorstandsarbeit einzubinden, damit sie in der nächsten Wahlperiode auch im geschäftsführenden Vorstand Verantwortung übernehmen können.

Die wiedergewählte Vorsitzende Gabriela Bot brachte ihre Ziele für die kommenden zwei Jahre folgendermaßen auf den Punkt: „Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, dass wir unsere Arbeit fortsetzen, um unsere Jugendlichen auf ihrem Weg zu unterstützen und der Gesellschaft zu zeigen wer wir sind und was wir können. Besonders wichtig ist mir dabei, dass wir die Frauen und Mädchen im Verband dabei unterstützen im Bundesvorstand und den Gliederungen mehr führende Positionen einzunehmen.“

Silas Kropf, der zum zweiten Mal als stellvertretender Vorsitzender in den Vorstand gewählt wurde, benennt weitere wichtige Ziele der Vorstandsarbeit: „Eine Hauptaufgabe des neuen Vorstandes wird sein, strategisch den Weg für eine positive Weiterentwicklung des Verbandes zu ebnen. Hierzu müssen wir auf der einen Seite eng mit den Gliederungen zusammenarbeiten, auf der anderen Seite müssen wir jedoch auch die Kooperation und Vernetzung mit externen Partnern vorantreiben.“

Schatzmeister Denisz Petrovity möchte sich in der kommenden Wahlperiode darauf konzentrieren seine jungen Kolleg*innen im Vorstand beim Übergang vom Beisitz zur Tätigkeit im geschäftsführenden Vorstand vorzubereiten und bundesweite Projekte zu entwickeln und auf den zu Weg bringen.

Am Ende der diesjährigen Versammlung dankten die Mitglieder dem scheidenden Vorstand sowie den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen für ihre engagierte Arbeit des letzten Jahres.

PM auf amarodrom.de

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Erstes Treffen der Lenkungsgruppe von „Dikhen Amen!“ 2017 in Eschwege

An diesem Wochenende fand das erste Treffen für 2017 der Lenkungsgruppe des Bundesprojekts „Dikhen Amen! Seht uns!“ von Amaro Drom e.V., deren Teil ich bin, im hessischen Eschwege statt.

Logo: „Dikhen Amen!“, Amaro Drom e.V., Berlin

An zweieinhalb Tagen wurde mit interessierten Jugendlichen, den Projektmitarbeiterinnen und Vertreter_innen des Vorstands und den Untergliederungen von Amaro Drom über die inhaltliche Gestaltung der Bundesjugendkonferenz 2017, welche dem regelmäßigen Turnus folgend dieses Jahr in Freiburg im Breisgau ausgerichtet wird, diskutiert und weitere Absprachen für die Fortführung des Projekts getroffen.

Ein persönliches Highlight stellte für mich die Vereinbarung der Lenkungsgruppe dar, welche besagt, dass LGBTIQ* als Querschnittsthema in alle Workshops einfließen soll sowie dass die Teamer_innen entsprechend sensibilisiert sein und sicherstellen sollen, dass die Workshops auch für queere Rom_nja einen safer space repräsentieren. Ich unterstütze dieses Vorhaben und freue mich, dass dieses Thema nun auch größeren Einfluss in die Jugendarbeit des Projekts erhält.

Wer sich genauer über das Projekt und seine Inhalte informieren möchte, besucht am besten die Projektseite: http://amarodrom.de/dikhen-amen

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Seminar: Teaching about the Shoah and Antisemitism

Vom 18. bis zum 25. Dezember 2016 hatte ich die Gelegenheit in Jerusalem an einem Seminar über die Shoah und Antisemitismus teilzunehmen. Ausgerichtet wurde dieses von der International School for Holocaust Studies (ISHS) in Yad Vashem in Kooperation mit der European Union of Jewish Students.

Neben dem Bildungskonzept der ISHS haben wir uns mit der jüdischen Welt vor dem Zweiten Weltkrieg und der Vielfältigkeit der jüdischen Gemeinden beschäftigt. Weiterhin standen der Aufstieg des Nationalsozialismus, die Ghettos in der NS-Zeit und die Frage der „Endlösung“ auf dem Programm.

Mit dem fünften Tag des Seminars änderte sich auch die Perspektive: Es wurde über Musik im und nach dem Holocaust, den Einfluss der Shoah auf den Zionismus sowie die israelische Erinnerungskultur gesprochen. Weiterhin wurden Zeitzeugengespräche geführt.

Ein anderer Schwerpunkt des Seminars war die Frage nach der jüdischen Identität im Zweiten Weltkrieg sowie der Einfluss auf
die Gegenwart und die Stellung jüdischer Führungspersönlichkeiten, welche die Juden während des Holocausts repräsentiert haben.

Der letzte große Themenblock bestand aus der Herausforderung der pädagogischen und Bildungsaufgabe den Holocaust zu lehren. Neben der Vorstellung verschiedenster Materialien und pädagogischer Unterlagen war viel Freiraum für Diskussionen und die Auseinandersetzung mit den Materialien.

Zum Abschluss des Seminars wurde den Teilnehmer_innen ein Zertifikat ausgestellt, welches bestätigt, dass fünfzig Stunden Holocaust Studies for Educators erfolgreich absolviert wurden. Weiterhin erhielt jede_r Seminarteilnehmer_in zum Abschied eine Zusammenstellung verschiedener Lehrmaterialien für den Einsatz in eigenen Workshops.

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