Gastbeitrag im HA: „Wir müssen gemeinsam unsere Stimme erheben“

Anlässlich des Themenschwerpunktes betreffend den Brennpunkt Daimlerstraße in Hanau habe ich für den Hanauer Anzeiger einen Gastbeitrag über die Minderheit der Sinti* und Roma*, den Begriff „Zigeuner“, Diskriminierung und Ausgrenzung sowie Jugendselbstorganisation geschrieben.

Dieser ist in der heutigen Ausgabe (18.02.17) des Hanauer Anzeigers, der Langenselbolder Zeitung und des Maintaler Tagesanzeigers erschienen.

Kropf, S. (2017): „Wir müssen gemeinsam unsere Stimme erheben“. In: Hanauer Anzeiger, 18.02.17, S. 15.

Der Beitrag ist unter folgendem Link online abrufbar:
https://goo.gl/qd39Q8

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Erstes Treffen der Lenkungsgruppe von „Dikhen Amen!“ 2017 in Eschwege

An diesem Wochenende fand das erste Treffen für 2017 der Lenkungsgruppe des Bundesprojekts „Dikhen Amen! Seht uns!“ von Amaro Drom e.V., deren Teil ich bin, im hessischen Eschwege statt.

Logo: „Dikhen Amen!“, Amaro Drom e.V., Berlin

An zweieinhalb Tagen wurde mit interessierten Jugendlichen, den Projektmitarbeiterinnen und Vertreter_innen des Vorstands und den Untergliederungen von Amaro Drom über die inhaltliche Gestaltung der Bundesjugendkonferenz 2017, welche dem regelmäßigen Turnus folgend dieses Jahr in Freiburg im Breisgau ausgerichtet wird, diskutiert und weitere Absprachen für die Fortführung des Projekts getroffen.

Ein persönliches Highlight stellte für mich die Vereinbarung der Lenkungsgruppe dar, welche besagt, dass LGBTIQ* als Querschnittsthema in alle Workshops einfließen soll sowie dass die Teamer_innen entsprechend sensibilisiert sein und sicherstellen sollen, dass die Workshops auch für queere Rom_nja einen safer space repräsentieren. Ich unterstütze dieses Vorhaben und freue mich, dass dieses Thema nun auch größeren Einfluss in die Jugendarbeit des Projekts erhält.

Wer sich genauer über das Projekt und seine Inhalte informieren möchte, besucht am besten die Projektseite: http://amarodrom.de/dikhen-amen

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Hanauer Bote: „Große Herausforderungen und kleine Fortschritte“

Auch der Hanauer Bote berichtet in der aktuellen Ausgabe vom Kooperationsprojekt „Dai-Lam“, in welchem ich hauptberuflich tätig bin. Neben Ausführungen zur inhaltlichen Arbeit in den Wohnquartieren „Daimlerstraße“ und Hanau-Lamboy gibt der Artikel Grund zur Freude: Das Stadtparlament Hanau hat einstimmig für die Fortführung des Projekts im Jahr 2017 entschieden.

nic (25.01.17): Große Herausforderungen und kleine Fortschritte. In: Hanauer Bote, S. 1.
nic (25.01.17): Große Herausforderungen und kleine Fortschritte. In: Hanauer Bote, S. 1.
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FR: „Besserung in kleinen Schritten“

Anlässlich des Jahresberichts zum Kooperationsprojekt „Daimlerstraße“ in Hanau, in welchem ich hauptberuflich tätig bin, wurde heute ein Artikel in der Frankfurter Rundschau veröffentlicht, welcher auch auf meine konkrete Arbeit eingeht.

Sundermann, D. (18.01.17): "Besserung in kleinen Schritten". In: Frankfurter Rundschau.
Sundermann, D. (18.01.17): „Besserung in kleinen Schritten“. In: Frankfurter Rundschau.
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Seminar: Teaching about the Shoah and Antisemitism

Vom 18. bis zum 25. Dezember 2016 hatte ich die Gelegenheit in Jerusalem an einem Seminar über die Shoah und Antisemitismus teilzunehmen. Ausgerichtet wurde dieses von der International School for Holocaust Studies (ISHS) in Yad Vashem in Kooperation mit der European Union of Jewish Students.

Neben dem Bildungskonzept der ISHS haben wir uns mit der jüdischen Welt vor dem Zweiten Weltkrieg und der Vielfältigkeit der jüdischen Gemeinden beschäftigt. Weiterhin standen der Aufstieg des Nationalsozialismus, die Ghettos in der NS-Zeit und die Frage der „Endlösung“ auf dem Programm.

Mit dem fünften Tag des Seminars änderte sich auch die Perspektive: Es wurde über Musik im und nach dem Holocaust, den Einfluss der Shoah auf den Zionismus sowie die israelische Erinnerungskultur gesprochen. Weiterhin wurden Zeitzeugengespräche geführt.

Ein anderer Schwerpunkt des Seminars war die Frage nach der jüdischen Identität im Zweiten Weltkrieg sowie der Einfluss auf
die Gegenwart und die Stellung jüdischer Führungspersönlichkeiten, welche die Juden während des Holocausts repräsentiert haben.

Der letzte große Themenblock bestand aus der Herausforderung der pädagogischen und Bildungsaufgabe den Holocaust zu lehren. Neben der Vorstellung verschiedenster Materialien und pädagogischer Unterlagen war viel Freiraum für Diskussionen und die Auseinandersetzung mit den Materialien.

Zum Abschluss des Seminars wurde den Teilnehmer_innen ein Zertifikat ausgestellt, welches bestätigt, dass fünfzig Stunden Holocaust Studies for Educators erfolgreich absolviert wurden. Weiterhin erhielt jede_r Seminarteilnehmer_in zum Abschied eine Zusammenstellung verschiedener Lehrmaterialien für den Einsatz in eigenen Workshops.

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Vortrag: „Familien für Gesundheitsthemen erreichen: Roma & Sinti“

Familien für Gesundheitsthemen erreichen: Roma & Sinti

Im November 2016 war ich im Rahmen einer Fortbildung über Interkulturelle Kommunikation der „Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf“ eingeladen, einen Vortrag über Sinti* und Roma* sowie darüber, wie man diese Zielgruppe für Gesundheitsthemen erreichen kann, zu halten.

Herleitung des Zigeunerbegriffs
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Nach einem historischen Einblick in die Herkunft der Minderheit und der Sprache Romanes, habe ich über den Begriff „Zigeuner“ und seinen Ursprung referiert. Dabei habe ich verschiedene Herleitungen erläutert und die volksetymologisch bedingte, jedoch falsche, Verbindung mit dem „Zieh-Gäuner“ thematisiert. Im Anschluss daran wurden antiziganistische Bilder der Medienberichterstattung an konkreten Beispielen erläutert.

Weiterhin war die historische Verfolgung der Minderheit ein zentrales Thema, da die Auswirkungen der, nicht zuletzt durch medizinische Experimente in der NS-Zeit bedingten, erlittenen Traumata, noch heute eine zentrale Rolle spielen.

Sinti und Roma in Deutschland
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Die heutige Situation in Deutschland und anderen Ländern stand ebenso auf der Tagesordnung. Die Zuhörer haben erfahren, welche verschiedenen Gruppen in Hinblick auf Aufenthaltsfragen zu unterscheiden sind, was die Heterogenität der Minderheit zusätzlich unterstreicht.

Auch das Konzept der „sicheren Herkunftsstaaten“ wurde thematisiert und der tief in der Mitte der Gesellschaft verankerte Antiziganismus anhand der Ergebnisse verschiedener Studien aufgezeigt.

Zum Ende wurden dem Publikum die Auswirkungen der jeweiligen Konstellationen in Hinblick auf die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen erläutert. Die aus der Verfolgung resultierenden und über Generationen übertragenen Ängste waren ebenso Thema wie der u.U. mangelnde Zugang zu Krankenversicherung bei unsicherem Aufenthalt oder materieller Not. Hieraus ergab sich eine gute Grundlage für eine intensive Diskussion, welche den vorgesehenen Zeitrahmen mehr als völlig ausgeschöpft hat.

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Medien-Workshop: BJK 2016 von Amaro Drom e.V.

Foto: Amaro Drom e.V., Berlin

Vom 30.09. bis zum 03.10.2016 fand in Nideggen-Schmitt (NRW) die alljährliche Bundesjugendkonferenz (BJK) von Amaro Drom e.V. und dem Projekt „Dikhen Amen! Seht uns!“ statt.

Im Rahmen der Veranstaltung für junge Sinti* und Roma* habe ich zusammen mit Perjan Wirges ein Medientraining für interessierte Jugendliche organisiert.

Hier ein Auszug aus dem Bericht von Amaro Drom e.V.:

– Die Teilnehmenden des Medien-Workshop von Silas Kropf und Perjan Wirges lernten sich sicher vor einer Kamera zu bewegen und bei Gesprächen mit Journalist*innen selbstbewusst ihre Inhalte zu vertreten. Nebenbei führten sie Interviews mit anderen Teilnehmenden auf Romanes. Teamer Slaviša Marković hob im Gespräch mit den beiden Interviewern das vielseitige Workshopangebot der Bundesjugendkonferenz als Besonderheit hervor. Das Innovative daran sei, dass es allen Beteiligten ermöglicht werde eine spannende Aktivität für sich zu finden. Auf die Frage nach seiner Sicht auf das Motto der Veranstaltung fügte er hinzu: „Mandje si majvažno (maj importante) na te rodas te dikhas amen kaj siam strancura negoli te sićinas sar te avas goda so sam taj te avas aferi saorenca akhate taj ande phuv(ja) kaj sam.“ („Mir ist es am Wichtigsten, dass wir uns auf der Suche nach uns selbst nicht als Fremde sehen, sondern unabhängig davon wer wir sind und wo wir leben gleichberechtigt lernen wir selbst zu sein.“) 

Der vollständige Bericht ist auf der Internetseite von Amaro Drom e.V. abrufbar:
http://amarodrom.de/das-war-die-bundesjugendkonferenz-2016

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Workshop: „Schublade gesucht?!“

Vom 19. August bis 21. August 2016 organisierte das Netzwerk für Demokratie und Courage Saar e.V. (NDC Saar) im Rahmen des Projekts „ZusammenWachsen“ im Bildungszentrum der Arbeitskammer des Saarlandes in Kirkel das zweite Forum unter dem Motto „Lass uns reden … über Antiziganismus!“.

In dem Workshop „Schublade gesucht?!“, welchen ich geleitet habe, haben sich die Jugendlichen kritisch mit Minderheiten in Minderheiten und Diskriminierung auseinandergesetzt. Zunächst haben die Teilnehmende sich in verschiedenen Gruppen zusammengefunden, welche anhand von Gemeinsamkeiten gebildet wurden. Den Teilnehmenden wurde so der Raum geboten, zu reflektieren, ob sie in genau eine, wenn nicht sogar mehrere „Schubladen“ passen oder aber, ob sie überhaupt in eine vorgegebene Kategorie passen. Außerdem wurde die Erfahrung gemacht, dass die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oft eine Frage der Definition ist. Ein Beispiel hierfür stellt die Kategorisierung nach dem Wohnort dar: die Teilnehmenden haben sich nach Städten bzw. Orten sortiert, sodass schlussendlich fast jeder für sich stand. In der Reflektion kam jedoch der Gedanke auf, dass nicht nach der Stadt gefragt wurde. Die Teilnehmenden hätten sich genauso gut nach Land bzw. Bundesland sortieren können.

Workshop-Ergebnis. Klicken für größere Ansicht.
Workshop-Ergebnis. Klicken für größere Ansicht.

In diesem Fall hätten sie gemeinsam eine große Gruppe gebildet. Es wurden die Begriffe der Diskriminierung und der Intersektionalität eingeführt, anhand welchen die Jugendlichen sich mit der Biografie einer fiktiven Person und dem Einfluss der Intersektionalität auf Lebensrealitäten beschäftigt haben. Verschiedene Kleingruppen haben ein Plakat zu der von ihnen erfundenen Person kreiert und dieses im Workshop-Plenum vorgestellt. Weiterhin wurden auf verschiedene Selbstorganisationen und Arten von Selbstorganisation eingegangen, um aufzuzeigen, dass Betroffene sich zusammenschließen, um gemeinsam für ihre Rechte zu kämpfen. Im nächsten Schritt haben die Teilnehmenden die vorherrschenden Zustände reflektiert und gemeinsam eine Pinnwand mit einem „offenen Brief an die Mehrheitsgesellschaft“ gestaltet, aus welchem ihre Wünsche und Forderungen herausgingen. Um diesem Brief mehr Ausdrucksfähigkeit und Authentizität zu verleihen, wurden die Jugendlichen anschließend eingeladen, ihre eigenen Gruppenzugehörigkeiten zu reflektieren und auf einem Plakat als persönliche Unterschrift zu Papier zu bringen. Die Teilnehmenden konnten anhand des fertigen Gesamtbriefes erfahren, dass jeder Einzelne individuellen Gruppen zugehörig ist, dass es zwar gewisse Überschneidungen gibt, jedoch ohne dass sich eine vollständige Kongruenz zweier Personen feststellen lässt. Die Nachricht, die hiermit gesendet werden sollte, lautete, dass, obwohl alle Unterzeichnenden des Briefes unterschiedlich sind, sie gemeinsam für ihre Überzeugung einstehen und diskriminierende Zustände als unhaltbar ansehen.

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